BILDERBEDARF: Braucht Gesellschaft Kunst?

staatliche kunsthalle baden-baden

staatliche kunsthalle baden-baden

Wie und wodurch hat Kunst in den letzten sechzig Jahren in die öffentliche Diskussion eingewirkt? Welche Debatten hat sie initiiert? Welche Diskurse angestoßen oder begleitet? Diesen Themen widmet sich die Ausstellung BILDERBEDARF: Braucht Gesellschaft Kunst? in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.

Die Auswahl der gezeigten Werke erfolgt nach ungewöhnlichem Kriterium: der konkreten und damit nachweisbaren Wirkung der jeweiligen künstlerischen Arbeit in einem zivilgesellschaftlichen Umfeld. Illustriert werden Prozesse unterschiedlicher Natur, die dazu geführt haben, dass einzelne Kunstwerke weit über ihre ästhetische Rezeption hinaus zu wichtigen gesellschaftlichen Symbolen avancieren.

Ich bin eher zufällig auf die Ausstellung aufmerksam geworden – der Ausstellungskatalog lag im Café der Kunsthalle, das auch durch das benachbarte Frieder Burda Museum erreichbar ist, aus. Eine durchaus interessante Ausstellung, insbesondere für politisch interessierte Menschen. So gab es ein Wiedersehen mit verschiedenen politischen Plakaten von Klaus Staeck (70ger Jahre).

Klaus Staeck

Klaus Staeck

Das Projekt „Ausländer raus!“ von Christoph Schlingensief ist beeindruckend: Im Jahr 2000 installierte Schlingensief im Rahmen der Wiener Festwochen einen Container, der als Vorbild die Fernseh-Show Big Brother hatte und in dem sich Asylsuchende befanden. Durch Abstimmungen konnte das Publikum entscheiden, welcher Teilnehmer den Container und das Land verlassen musste. Schlingendorfs Provokation zielte auf die österreichische Regierungskoaltion von ÖVP und Haiders FPÖ.

Auch Jeremy Deller ist mit seinem Videofilm „The Battle of Orgreave (an Injury to One is

The Battle of Orgreave

The Battle of Orgreave

an Injury to All)“ präsent. Der Streik in Orgreave im Jahre 1984 war ein nationales Trauma in GB und stellte einen Wendepunkt dar, der unter Magret Thatcher zu gesellschaftlichen und politiaschen Umstrukturierungen führte. Deller hat 2001 diesen Schlüsselmoment des modernen Arbeitskampfes reinsziniert und auf Video verewigt.

 

Weitere Exponate sind die Pietà (Mutter mit totem Sohn) von Käthe Kollwitz,

PIETÀ

PIETÀ

Zeichnungen und Kunststoffgewebe zur Verhüllung des Berliner Reichtagsgebäudes im Sommer 1995 durch Christo & Jeanne-Claude, Werke von Jörg Immendorff und A.R. Penck, … Interessante Ausstellung!

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